Der Verbeller
Der Verbeller ist wohl die in Deutschland am weitesten verbreitete Anzeigeart im Rettungshundewesen. Nachdem der Rettungshund eine Person gefunden hat, zeigt er dies durch intensives Bellen an. Hierbei bellt er solange, bis der Hundeführer ihn erreicht hat. Der Hund darf die gefundene Person weder bedrängen noch verlassen.

Auf verschiedene Personen, wie z.B. Kinder oder alzheimerkranke Menschen, kann das anhaltende Verbellen bedrohlich wirken. Aufgrund der besonderen Situation, in der sie sich befinden, können diese Menschen unkontrolliert reagieren und z. B. nach dem Hund schlagen. Dieser darf dies nicht beachten und muss sich neutral verhalten.



Auf Trümmern trägt der Hund wegen der Gefahr des Hängenbleibens weder Halsband noch Kenndecke. Das Verbellen ist die in Trümmern übliche Anzeigeart. Zudem entfällt das beim Bringsler und Rückverweiser übliche Pendeln zwischen Opfer und Hundeführer. Dies minimiert die Verletzungsgefahr für den Hund.

Entfernt sich der Hund weit von seinem Hundeführer oder sind die akustischen Verhältnisse ungünstig, kann es vorkommen, dass der Hundeführer seinen bellenden Hund nicht mehr hört. Starker Wind, hügeliges Gelände und/oder laute Umgebungsgeräusche können das Bellen des Hundes überlagern oder verschlucken.

Ein unerwünschtes Verhalten, dass durch Ausbildungsfehler beim Verbeller entstehen kann, ist das "Bedrängen". Dabei kratzt der Hund mit den Pfoten am oder unter dem Opfer, schnappt oder durchsucht das Opfer mit der Schnauze. Ein weiterer schwerwiegender Fehler ist, wenn der Hund nicht dauerhaft verbellt, sondern das Opfer wieder verlässt.

Der Verbellverweis wird gerne verwendet, um bei paralleler Flächen- und Trümmerausbildung des Hundes nur eine Verweisart zu verwenden.